Das Revieren und Ich
Wie in einem vorherigen Beitrag berichtet, werde ich für den sportlichen Schutzdienst ausgebildet.
Nach einem erheblichen Rückschritt in der Beissarbeit geht es jetzt wieder voran. Keine Beissarbeit diesmal, denn darin bin ich nach 4 Monaten echt gut drin geworden, sondern das Revieren. Das Revieren lerne ich zur Zeit ohne Versteck. Ich soll erstmal verstehen dass mich mein Chef wegschickt. Wir haben es erst mit einer Abgewandelten Methode von Ekard Lind versucht. Zu dieser Methode gehören eigentlich zwei Zweibeiner. Der eine steht vor uns und motiviert uns mit einer Beisswurst oder ähnliches und mein Chef schickt mich dann mit dem Kommando “Voraus” in Richtung des Animateurs.
Mein Chef wollte (oder konnte) niemanden finden der für mich in Entfernung den Affen macht. Also nahm er einen “Chuck it” (eine Ballwufmaschine) und versuchte mich auf diesem Weg von mir wegzzuschicken. Mit mässigen Erfolg muss ich sagen. Ich lief zwar davon, habe mich aber immer umgedreht und wollte wissen wann denn der Ball fliegt. Also habe ich mich nicht auf das eigentliche konzentrieren können. Klar dass sich da der Frust beim Chef irgendwann eingestellt hatte.
Jetzt hat der Chef den Klicker ausgepackt und wir trainieren so das Revieren. Wir brauchen natürlich noch ein paar mehr Utensilien um erfolgreich das Revieren zu arbeiten. Zum einen, den Klicker dann noch einen “Targetstick”, zwei Pylonen und massig Leckerlis. Die Leckerlis sind das Beste an der Sache.
Zuerst wird nur der Klicker trainiert. Dass heisst, erst musste ich kapieren, dass wenn es klickt ich was leckeres bekomme. Zum Glück für den Chef hatte meine Chefin vor langer Zeit mit mir die Klickereinführung gemacht, also hatte er diesbezüglich wenig zu tun. Dann kam der Targetstick dazu. Ich musste mit der Nase die Spitze des Targetsticks berühren. Nachdem das drin war, wurde der Targetstick in den Boden gesteckt und mein Chef fing an mich aus der Distanz zum Targestick zu schicken. Nach zwei Sitzungen war auch diese Hürde geschafft.
Die dritte Stufe war die Verknüpfung des Targetsticks mit den Pylonen. Auch das war innerhalb einer Sitzung erledigt. Heute, in der vierten Sitzung bin ich schon soweit dass ich in zwei verschiedene Richtungen die Pylonen umrunde. Worauf ich ganz stolz bin? Ich umrunde die Pylonen insgesamt schon 6 mal und das in der vierten Sitzung.
Gab es Rückschläge in dieser kurzen Zeit? Ja klar. Wir haben festgestellt, dass ich unter Ablenkung mich nicht konzentrieren kann. Das hat meinen Chef ganz schön geärgert und wir mussten das Training jedes mal unterbrechen. Denn mit Emotionen sollte man nicht trainieren. Jetzt wo wir in der Halle bei DOG CITY trainieren machen wir schnell Fortschritte. Wie gesagt, in der vierten Sitzung schon 6 mal um die Pylonen rum. Tolle Sache, wie ich finde und mein Chef übrigens auch.
Liebe Grüsse Dorian ![]()